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Nutzungsarten von Peniskäfigen

[es] Peniskäfig (de – Jaula para el pene)
[en] Peniskäfig (de – penis cage), cock cage, cock cuff
[de] Peniskäfig, Penisschelle, Keuschheitsschelle 
Peniskäfig
Inwieweit Peniskäfige aus medizinischen, religiösen, ethischen, sicherheitstechnischen oder straftechnischen Gründen zur Verhinderung von Masturbation, Ehebruch, peniler Penetration oder sexueller Nötigung (z. Bsp. in Psychiatrien, Strafanstalten oder Massenunterkünften) eingesetzt wurden ist unbekannt. In erster Linie waren und sind Peniskäfige, wie wahrscheinlich Keuschheitsgürtel auch, erotische Paraphernalia.

Peniskäfige dienen je nach Konstruktion und Verwendung gleichzeitig oder wahlweise verschiedensten Zwecken und decken damit das gesamte Spektrum der Kratolagnie ab: 
  • Erotische Körperzwängung (Bondage)  
  • Erotische Disziplinierung (Discipline) 
  • Erotische sexuelle Frustration  
  • Erotische Schmerzbereitung (S&M) 
  • Erotische Demütigung [en: erotic humiliation]
  • Erotische Kennzeichnung 

Erotische Entmachtung
Beim Bondage geht es darum eine Person in ihren Freiheiten einzuschränken und hilflos zu machen. Ein Peniskäfig beraubt einer Person den Zugang zu seinem Penis. Das bedeutet der Peniskäfigträger kann seinen Penis für Sexualakte nicht verwenden. Ist der Peniskäfig besonders klein, kann eine Erektion unmöglich werden, wodurch auch ein Orgasmus unmöglich wird. Je nach kunstruktionsweise kann auch das Urinieren durch einen Peniskäfig unmöglich werden.

Einordnungen:
BDSM/Bondage/Penisentzug

Paraphernalia/Zwangsgerät/Penisfessel/Peniskäfig



Erotische Kontrolle
Erotischer Sexentzug ist eine Form der sexuellen Kontrolle. Der Peniskäfig verhindert eine sexuelle Nutzung des Penis. Dies ist genaugenommen nur ein peniler Sexentzug. Da Männer im Allgemeinen jedoch die direkte Stimulation des Penis benötigen, um einen Orgasmus zu bekommen, kommt für viele – insbesondere heterosexuelle - Männer ein peniler Sexentzug einem totalen Sexentzug gleich. Ein Peniskäfig ist dann ein Instrument zur Einschränkung der sexuellen Selbstbestimmung eines Mannes; ein Zwangsgerät zur Keuschhaltung.
Mit einem Peniskäfig kann ein Top den Bottom disziplinieren. Entweder als Strafmaßnahme (z.Bsp. Orgasmusentzug) oder als Erziehungsmaßnahme (z.Bsp. Masturbationsverbot). Werden Plomben statt Schlösser verwendet kann der Bottom bewusst in Versuchung geführt werden, das Keuschheitsgerät unerlaubt zu entfernen. Dies bietet dann einen guten Grund, um den Bottom zu bestrafen.

Einordnungen:
BDSM/Disziplin/Sexentzug/peniler Sexentzug, Orgasmusentzug
Paraphernalia/Zwangsgerät/Keuschheitsgerät/Peniskäfig



Erotische sexuelle Frustration
Im Zuge von erotischer sexueller Frustration wird der Träger eines Peniskäfigs immer wieder sexuell stark erregt. Der Peniskäfig verhindert jedoch, dass es zu einem erlösenden Orgasmus kommen kann (erzwungene Orgasmusverhaltung / en: orgasm denial). Diese Praktik wird im Englischen auch als tease & denial (T&D) bekannt. 
Für diesen Zweck kann auch eine vereinfachte Konstruktion verwendet werden. Eine Penis-8 besteht aus zwei aufeinanderstehenden Penisringen [en: cockring], in die der schlaffe Penis geflochten wird. Dadurch wird der Penis stark geknickt, wodurch volle eine Erektion unmöglich wird.
Einordnungen: 
BDSM/D&S/erotische Frustation /erzwungene Orgasmusverhaltung 
Paraphernalia/Sexspielzeug/Penisfessel/Penis-Acht


Erotische Folter
Im Zuge von erotischer Folter wird ein Peniskäfig dazu benutzt, um dem Träger Schmerzen zu bereiten. Im BDSM läuft die Folterung am Penis unter dem Sammelbegriff cock & ball torture (CBT) [en - Schwanz- und Eierfolter]. Für diese Verwendung ist der Peniskäfig so konstruiert, das eine Erektion nicht verhindert wird, die Volumenvergrößerung des erigierenden Penis jedoch dazu führt, dass dieser sich gegen scharfe (Dornen, Nadeln, Rasierklingen etc.), stromführende oder heiße Gegenstände drückt und so mit Schmerzen verbunden ist. 
Die gängigste Variante ist ein Peniskäfig bei dem die Erektion in hintereinandergereiten Metallringen, den sogenannten gates of hell [en – Höllentore], stattfindet. Diese Ringe, welche die namensgebenden Höllentore darstellen, sind im Gegensatz zu normalen Penisringen [en: cockrings] jedoch so eng (Öffnung) oder dünn (Metalldurchmesser), dass diese schmerzhaft in den erigierenden Penis eindrücken.  
Einordnungen: 
BDSM/S&M/erotische Folter /CBT /Penis-Folterung
Paraphernalia/Foltergerät/Peniskäfig/Höllentore


Erotische Demütigung
Das Tragen eines Peniskäfigs wird im Allgemeinen als beschämend und erniedrigend empfunden, da es ein Zeichen für Machtlosigkeit und Fremdbestimmung ist.
Peniskäfige werden deshalb auch gezielt zum Demütigen von Männern eingesetzt. Insbesondere im Sklaven-Fetischismus und beim Cuck-Fetischismus werden Peniskäfige verwendet. In beiden Fällen soll der sogenannte Cockhold (der Peniskäfigträger) in der Regel am Sex teilnehmen. Er wird den oder die Tops weiterhin manuell, anal oder oral befriedigen müssen, während ihm der Orgasmus verweigert wird. Gerade diese einseitige Befriedigung verdeutlicht das Machtgefälle zwischen Top und Bottom. Es erniedrigt den Bottom und entwürdigt ihn zu einem blosen Sexspielzeug. Cockhold Cuckold wird von seiner Partnerin gereizt
Einordnungen:
BDSM/D&S/erotische Demütigung/Schandmal 
Paraphernalia/Schandgerät/Peniskäfig


Erotische Kennzeichnung
Besonders bei Rollenspielen werden die verschiedenen Rollen gerne durch die Verwendung von kennzeichnenden Austattungen unterstützt. Ein echter Sub braucht normalerweise keine Keuschheitsvorrichtung, um auf Anweisung des Doms penile Sexkontinenz zu üben (Cockholding). Dagegen kann es jedoch für einen Dom-Bottom zwingend nötig sein, um das entsprechende Mindsetting aufzubauen und sich in die Rolle des Bottoms einzufügen.
Auch im FemDom dient ein Peniskäfig oft in erster Linie, um die Entmachtung des Mannes augenscheinlich zu machen.

Einordnungen:
BDSM/D&S/erotische Kennzeichnung
Paraphernalia/Erkennungsmarke/Peniskäfig



Schandgeige

[es] Cepo de forma violín: Esposas rígidas para las muñecas y la garganta.
[en] Shrew's fiddle, neck violin: Variation of the yoke, pillory or rigid irons whereby the wrists are locked in front of the bound person by a hinged board or steel bar.
[de] Schandgeige, Halsgeige, Schandkragen, spanische Geige, Zankbrett
Eine Schandgeige ist eine mobile Fesselvorrichtung, die im Mittelalter in Europa verwendet wurde. Da Schandgeigen fast immer aus Holz gefertigt wurden und die Arme hintereinander nahe am Hals fixierten, ähnelte eine darin gefesselte Person einem Geigenspieler. 
Schandgeigen bestanden in der Regel aus zwei symmetrisch angeordneten Holzteilen, welche an einem Ende durch ein Scharnier, am anderen durch ein Verschluss verbunden wurden. Dort wo sich die beiden Holzteile berühren befanden sich zwei Aussparungen für Handgelenke und eine weitere für den Hals. Für die Fesselung wurde die Halsgeige aufgeklappt, der Hals und die Handgelenke in die entsprechenden Mulden gelegt und daraufhin wieder zugeklappt und verschlossen. Meistens befand sich am Verschlussende eine Befestigung für eine Kette oder Seil, an der die gefesselte Person geführt oder angebunden werden konnte.

Benutzung im Mittelalter
Die Schandgeige diente zur Durchführung von Ehrenstrafen. Ehrenstrafen wurden nur bei leichten Vergehen, beispielsweise bei leichten Diebstählen, angewendet. Die verurteilte Person wurde mit der Schandgeige gefesselt durch die Stadt geführt und/oder an den Pranger gestellt und dem Spott und Demütigungen der Mitbürger ausgesetzt. Schandgeigen wurden insbesondere Frauen und jungen Mädchen angelegt, um diese für Zänkereien (deswegen auch Zankbrett bzw. im Englischen shrew’s fiddle - "Giftnudel-Fiedel") zu bestrafen. Wenn zwei Frauen miteinander gestritten hatten wurde teilweise auch eine Doppel-Schandgeige benutzt, in welcher die beiden Frauen gleichzeitig gefesselt wurden. Dies war besonders demütigend, weil sich so die beiden "Streithennen" die ganze Zeit ihrer Strafe gegenseitig ansehen mussten.
Mitunter wurden die Fußgelenke an das Verschlussende gefesselt, wodurch die Schandgeige quasi zum Storch <W> wurde. Gefangene wurden in dieser Haltung an der Schandgeige aufgehängt oder mussten tagelang in dieser Zwangshaltung ausharren. Dadurch wurde die Bestrafung zur Folter bzw. die Schandgeige zum Folterinstrument.


Einordnungen
Fesselung/mobile Fesselvorrichtung/Schandgeige
Folter/Zwangshaltung/Schandgeige



Benutzung im BDSM
Heutzutage werden Schandgeigen nur noch für Rollenspiele und im BDSM verwendet. Es ist eine demütigende Fesselung, da sie die gefesselte Person in eine unnatürliche Armhaltung zwingt. Ein praktischer Vorteil einer Schandgeige ist, dass die gefesselte Person trotz dieser unnatürlichen Armhaltung mobil ist und verschiedenste Positionen einnehmen kann. Desweiteren ist bis auf die Brust fast jeder Punkt des Körpers des Gefesselten völlig zugänglich.

Die Öffnungen moderner Schandgeigen sind oft gepolstert.


Einordnungen
BDSM/Bondage/Fesselung/mobile Fesselvorrichtung/Schandgeige

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