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Strappado

[es] Strappado (Italiano - arrancado), Garrucha: Una tortura en qual una persona es levantada de sus manos atados de espalda mediante una polea.
[en] Strappado (Italian – snatched): A torture whereby a person is lifted up by his hands tied behind the back.
Frau wird vor Inquisitionstribunal aufgezogen.
[de] Das Strappado (Italienisch - gerissen) ist eine sehr einfach durchzuführende Folter und Bestrafung. 
Deutsche Bezeichnungen für diese Praktik waren Aufziehen und Pfahlhängen (bei den Nazis).

Die außerordentliche Bekanntheit unter dem italienischen Namen verdankt diese Foltertechnik wahrscheinlich der römisch-katholischen Kirche. Seit 1252 war es durch das von Papst Innozenz IV. erlassene Dekretale Ad Extirpanda offiziell erlaubt eine sogenannte „peinliche Befragung“ zur Wahrheitsfindung bei Inquisitionsprozessen durchzuführen. Gemeint war der Einsatz von Folter als Mittel zur Erpressung von Geständnissen. Allerdings sollte den Opfern dabei keine bleibenden körperlichen Schäden zugefügt werden. Da Strappado oft keine sichtbaren Verletzungen hinterlässt, wurde diese Folterpraktik bevorzugt von den Inquisitoren angewendet. 

Ausführungen als Folter und Bestrafung (Leibesstrafe)
Mit einem Seil werden dem Opfer die Hände hinter dem Rücken zusammengebunden und diese in die Höhe gezogen. Da die Arme für eine solche Bewegung nicht konzipiert sind, verursacht dies ab einer gewissen Armstellung Schmerzen. Werden die Arme noch weiter hochgezogen folgt irgendwann der restliche Körper oder es kommt insbesondere bei sehr schweren Menschen entweder zum Auskugeln des Schultergelenks oder zum Bruch der Gelenkpfanne. Austrainierte Menschen vermögen für eine Weile den Körper aus Muskelkraft hochhalten. Sind die Muskeln nicht stark genug oder erlahmt hängt der Körper am Schultergelenk, was zur Quetschung verschiedenster Nerven und damit zu großen Schmerzen führt. Das eigene Körpergewicht ist dabei meistens völlig ausreichend (spätestens nach einer halben Stunde sind wohl für jeden Mensch die Schmerzen unerträglich geworden). Ein zusätzliches Beschweren des Opfers mit Gewichten war daher meistens nur bei sehr leichten Menschen nötig oder wenn Strappado als Strafe, wo das Auskugeln oder Brechen der Schulter beabsichtigt ist. Auch ohne zusätzliche Gewichte konnte die auf das Schultergelenk einwirkende Kraft erhöht werden, indem das Opfer ein Stück fallengelassen und durch das Seil schlagartig abgebremst wurde. Auch hierbei können schon geringe Fallhöhen zum Auszukugeln oder zu Brechen der Schultern führen. 

Ausführungen im BDSM 
Frau in Strappado-Hebelfixierung
Foto: Hogtied.com
Strappado sollte nicht im S&M angewendet werden, da von Strappado als Technik zur Schmerzbereitung stark abzuraten ist. Beim Strappado kommen die Schmerzen hauptsächlich durch die Quetschung der Nervenbahnen in der Schulter zustande. Quetschungen der Nervenbahnen führen oft zu langfristigen und irreversiblen Schädigungen; Taubheit und Lähmung können Folge sein. Auch die Gefahr der Auskugelns der Schulter ist immer vorhanden und sollte nicht unterschätzt werden, da die Schulter mit jedem Auskugeln anfälliger wird und dann auch bei anderen Betätigungen (z. Bsp. beim Werfen) zum Auskugeln neigen kann. Auch die Sehnen werden stark beansprucht. Da anatomisch bedingt die Sehnen der Schulter im Laufe des Lebens abgenutzt werden, kann es bei Älteren Personen zu Sehnenrissen kommen bzw. leistet man Abnutzungserscheinungen im Alter Vorschub. 

Im D&S (Dominance & Submission – Dominanz und Untergebung) wird das Seil deshalb nur soweit hochgezogen, dass der Sub den Schmerzen ausweichen kann solange er auf den Fußspitzen steht. Der Seilzug sollte gelockert werden bevor der Sub auf die Fersen zurückfällt. 

Im Bondage wird das eigentliche Strappado nur bis vor die Schmerzgrenze ausgeführt und dort fixiert. Der Sub steht dabei zwar mit den Fußflächen auf dem Boden, kann seine nach vorne gebeugte Haltung jedoch nicht verändern, ohne den Zug auf seine Arme schmerzhaft werden zu lassen. Diese Einzwängung wird oft noch mit weiteren Fixierungen und Einzwängungen kombiniert und dient als Ausgangspunkt für unzählige andere Praktiken und Fetischismen. 

Reizvoll an der Strappado-Stellung ist, dass obwohl der Sub nur an den Händen gefesselt und sonst eigentlich völlig frei ist, er sich praktisch dennoch kaum rühren kann. Scheinbar freiwillig begibt er sich in eine unbequeme Körperhaltung, in welcher seine „interessantesten“ Körperteile für den Dom gut zugänglich sind und in welcher er verharrt, egal was man ihm sagt oder antut. Der Sub scheint sich geradezu dafür anzubieten. Er oder Sie wird sich beispielsweise das Einführen von Butt-Plugs oder Spreizbirnen gefallen lassen (müssen). 

Sicherheitshinweise 
Der Dom sollte sich nicht zu weit vom Sub entfernen und den Sub im Blick behalten, insbesondere bei geknebeltem Sub. Durch die nach vorne gebeugte Haltung besteht die Gefahr, dass der Sub die Balance verliert oder Kreislaufschwierigkeiten bekommt. Wenn das gesamte Körpergewicht schlagartig an den Armen hängt, kann dies zu den bereits erwähnten Verletzungen führen.
Besser ist es daher her den Oberkörper abzustützen, indem man z. Bsp. den Sub über eine belastbare Stange beugt. Sacken die Beine weg, hält die Stange die Hüfte in Position.


Einordnungen 
BDSM/Bondage, D&S/Strappado 
Kratophilien/Asthenophilien/Strappado


L Escena de garrucha en la pelicula "Goya's Ghost" de 2006. | Strappado scene in the 2006 Film "Goya's Ghost". | Strappado-Szene aus dem 2006 Film "Goya's Ghost".

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